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Objektbericht: Havel-Schule, Berlin
 
Decken- und Wandausbau der Havelschule Brandenburg

In der Havelschule, einer städtischen Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt, lernen 75 - 80 geistig- und teilweise körperbehinderte Schüler. Sie absolvieren hier ihre zehnjährige Schulpflicht, gefolgt von einer zweijährigen Berufsschulausbildung.
Das Ziel der Einrichtung ist die Wissbegierde und Aufgeschlossenheit dieser Kinder und Jugendlichen zu fördern und in der ruhigen und geschützten Atmosphäre der Schule die Voraussetzungen dafür zu schaffen, fröhliche Menschen heranreifen zu lassen, die einen geachteten Platz in der Gesellschaft finden.

Die geistige Behinderung bedingt häufig eine verminderte Konzentrationsfähigkeit und stellt daher neben den generell hohen Ansprüchen an Klassenräume eine zusätzliche Herausforderung für die Raumakustik dar. Schon bei einem nicht gehandicapten Menschen sinkt die Konzentration bei einem erhöhten Geräuschpegel merklich – bei eingeschränkter Fähigkeit sich auf eine Aufgabe zu fokussieren wird jede Störung zu einem Problem.

Um das 1938 errichtete Schulgebäude lärmschutztechnisch und akustisch auf den aktuellen Stand zu bringen, wurden 2010/11 die Decken und Wände in allen kritischen Bereichen saniert.
Die Landeshauptstadt Potsdam und als ausführendes Organ der KIS (Kommunaler Immobilienservice), ein Eigenbetrieb der Landeshauptstadt, dem die Betreuung des städtischen Immobilienbestandes obliegt, waren Bauherr der Sanierungsmaßnahme.
Die Planung wurde von dem renommierten Architekturbüro Becker BDA aus Berlin übernommen, das auf einen großen Erfahrungsschatz mit Bauprojekten für Bildungsträger und Hochschulen zurückgreifen kann.
Die Ausführung wurde schließlich von der Firma Trockenbau und Zimmerei Tietze GmbH aus Bad Belzig geleistet.
Während der gesamten Planungs- und Ausführungsphase stand Martin Bierhoff vom Knauf AMF Büro Berlin den Beteiligten beratend zur Seite.

Konkretes Ziel der Maßnahme war das Realisieren einer angenehmen Akustik in den Klassenräumen sowie im Foyer, das auch als Aula eingesetzt wird.
Als angenehme Akustik empfinden wir eine gute Sprachverständlichkeit und einen geringen Schallpegel aufgrund der Unterhaltungen im Raum sowie einen ausreichenden Schutz gegen unerwünschte oder störende Geräusche aus der Umgebung.
Die akustische Beurteilung eines Raums setzt sich damit aus zwei Kriterien zusammen:
•    Der Schalldämmung - diese bezeichnet die Abkopplung von Umgebungsgeräuschen aus allen angrenzenden Bereichen -
•    und der Hörsamkeit, die von der Schallabsorption aller im Raum vorhandenen Gegenstände und Materialien abhängt.

Eine Schalldämmung gegen Lärm aus angrenzenden Räumen, Trittschall aus darüber liegenden Bereichen, Geräusche von Klimaanlagen und Heizungen oder Straßenlärm erfolgt durch eine akustische Entkopplung des Raums von seiner Umgebung. Neben der geeigneten Materialwahl, gilt es vor allem Systemfehler zu vermeiden. Ein einziger falsch platzierter Nagel kann sich als Geräuschbrücke verheerend auswirken. Ein Schwachpunkt im System schwächt den ganzen Raum. Der Wert der Dämmung ist somit ganz entscheidend von der Verarbeitung der Materialien und Systeme abhängig. Um die Anwendungssicherheit zu gewährleisten, sind die normativen Regelungen (z. B. DIN 4109, BB93) für Schalldämmung noch wesentlich umfangreicher und detaillierter als für die Schallabsorption.

Verantwortlich für die Hörsamkeit in einem Raum ist die Schallabsorption. Von ihr hängt das Echo im Raum ab, aber auch wie laut eine Geräuschquelle wirkt. Die Schallabsorption definiert sich aus der Minderung der Schallenergie durch Energieverluste der Schallwellen an Bauteiloberflächen. Die Energie der Schallwellen wird im Raum von den Wänden, der Decke und dem Boden sowie von allen Gegenständen aufgenommen oder reflektiert. Die Fähigkeit eines Stoffes Schallwellen zu schlucken, hängt von seiner Beschaffenheit ab. Poröse, offenzellige oder perforierte Materialien absorbieren den Schall besser als harte, glatte Oberflächen. Die schallabsorbierende Qualität eines Materials wird ausgedrückt über den Absorptionskoeffizienten; dieser variiert von 0 für nicht absorbierend (entsprechend 100% reflektierend) bis 1,0 für vollständig absorbierend.
Die Reflexionen der einzelnen Gegenstände im Raum erzeugt in unserem Ohr ein akustisches Bild des Raums (Nachhallzeit) - der Raum erscheint hallig oder dumpf.
Mit guter Hörsamkeit beschreibt man Bedingungen, die eine möglichst gute Übertragung von einer Schallquelle zu einem Zuhörer ermöglichen.

Durch den Einsatz von Absorbern kann man die Nachhallzeiten optimieren und somit die akustischen Raumeigenschaften verändern. Die zusätzliche Absorption senkt den Geräuschpegel. Man darf den Raum jedoch nicht zu sehr bedämpfen, da sonst der Sprecher für weit entfernte Hörer nur noch mit großer Anstrengung zu hören ist. Ist der Raum aufgrund geringer Absorption zu hallig, sinkt die Sprachverständlichkeit wegen störender Reflexionen, der Grund-Geräuschpegel ist erhöht. Die Sprechpartner sind gezwungen, die Lautstärke zu erhöhen, um sich verständigen zu können.

Die Regulierung der Nachhallzeit und damit die akustische Einstellung der Hörsamkeit eines Raums wird idealerweise über eine Kombination aus Wandabsorber, und abgehängte Decken ausgeführt.

Deckensysteme stellen immer einen besonderen Blickfang mit zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten dar, zudem eignen sie sich hervorragend um Brandschutzanforderungen und damit die Sicherheit zu gewährleisten.

Als Lösungsansatz für den konkreten Sanierungsfall wurde der Einbau hochabsorbierender Mineral- oder Lochplatten als Wand- und Deckensystem vorgeschlagen.

Aufgrund des stimmigen Gesamtkonzeptes von Knauf AMF bekamen die Thermtex Alpha Akustikplatte, das Sonic Sky Segel konkav - konvex und die Wandabsorberlösung mit Alpha HD Platten 1800 x 300 mm den Zuschlag.
Verlegt wurde das System C Einlegesystem mit den Akustikplatten Alpha SK 625 x 625 x 19 mm. Die aus sichtbaren, weißlackierten Metallhaupt- und Querprofilen bestehende Schienenkonstruktion diente dabei als aktives Element der Deckengestaltung. Die Akustikplatte liegt in der Ausführung “SK“ niveaugleich in der Konstruktion. Der Randbereich wurde jedoch nicht mit Standardwinkeln, sondern durch ein umlaufendes U-Aufsteckprofil ausgeführt.
In jedem Klassenraum entsteht so der optische Eindruck eines Großsegels.

Die Sonic Sky Segel wurden fertig in einem Stück geliefert. Die Montage vor Ort erfolgte dann aufgrund des durchdachten Seilsystems schnell und problemlos - die Segel werden mit den filigranen Edelstahlseilen einfach in der jeweils idealen Höhe fixiert. Durch die Kombination konkaver und konvexer Formen mit der daraus entstehenden Welle wirken die Räume freundlich und lebendig.

Das AMF Wandsystem wurde mit Alpha HD Platten 1800 x 300 mm und einem weißen Rahmensystem ausgeführt. Die THERMATEX Alpha HD Platten erreichen die Schallabsorberklasse A nach DIN EN ISO 11654. Somit war es möglich, Paneelplatten mit bis zu 1800 mm Länge einzusetzen. Das hochwertige weiße Akustikvlies ergibt eine elegante und glatte Oberfläche.

Insgesamt wurden 1200 m² Alpha SK, 15 Sonic Sky Segel konkav – konvex sowie 80 m² Wandabsorber mit Alpha HD 1800 x 300 mm verlegt.

Mit der durch die Sanierungsmaßnahme erreichten Akustik konnten so die Voraussetzungen für eine bessere Lernatmosphäre geschaffen werden.

 

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